Gründung & Rechtsformen

Als Ausländer in der Schweiz eine Firma gründen

Die Nationalität ist kein Hindernis, die Bewilligung schon. Was für EU- und EFTA-Staatsangehörige gilt, was für Drittstaaten und was die Rechtsform verlangt.

Von Silvio Börlin · Mitgründer · Dipl. Betriebswirtschafter HF

3 Minuten Lesezeit · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Offener Pass neben Gründungsunterlagen und Bewilligungsstempel

Auch Personen aus dem Ausland können in der Schweiz ein Unternehmen gründen. Entscheidend ist, ob Sie sich an einer Gesellschaft beteiligen oder selbst vor Ort arbeiten möchten. Der Handelsregistereintrag allein ersetzt keine erforderliche Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung.

Unternehmensgründung und Erwerbstätigkeit getrennt prüfen

Klären Sie zuerst Wohnsitz, Aufenthaltsstatus und Ihre künftige Rolle. Wer eine GmbH gründet und anschliessend in der Geschäftsführung arbeitet, muss andere Fragen beantworten als eine Person, die sich ausschliesslich finanziell beteiligt. Die kantonalen Migrations- und Arbeitsmarktbehörden beurteilen die Bewilligung zur Erwerbstätigkeit.

Staatsangehörige aus der EU/EFTA

Für EU-/EFTA-Staatsangehörige ist eine selbständige Tätigkeit im Rahmen der Personenfreizügigkeit möglich. Eine Niederlassungsbewilligung C ist dafür nicht zwingend erforderlich. Bei der Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA muss die geplante selbständige Tätigkeit nachgewiesen werden.

Welche Unterlagen im konkreten Fall verlangt werden, erfahren Sie bei der zuständigen kantonalen Behörde. Als Nachweise kommen je nach Situation ein Businessplan, ein Handelsregistereintrag, eine UID-Nummer oder die Anmeldung bei der Sozialversicherung in Betracht. Für reglementierte Berufe können zusätzliche Anforderungen gelten.

Was für kroatische Staatsangehörige gilt

Die früheren Kontingente sind nicht mehr der aktuelle Stand. Der Bundesrat hat am 14. Januar 2026 mitgeteilt, dass die Schwellenwerte für eine erneute Einschränkung nicht erreicht wurden. Für kroatische Staatsangehörige gilt damit die volle Personenfreizügigkeit wie für Angehörige der übrigen EU-Mitgliedstaaten. Die Meldung und der Nachweis einer selbständigen Tätigkeit bleiben davon unberührt.

Staatsangehörige aus Drittstaaten

Für Personen ausserhalb der EU/EFTA ist der bestehende Aufenthaltsstatus besonders wichtig. Unter anderem können Inhaberinnen und Inhaber einer Niederlassungsbewilligung C sowie bestimmte Familienangehörige einen Anspruch auf selbständige Erwerbstätigkeit haben.

Wer keinen solchen Anspruch hat, muss ein Gesuch bei den zuständigen kantonalen Behörden stellen. Neben den persönlichen Voraussetzungen wird der nachhaltige Nutzen für den Schweizer Arbeitsmarkt beurteilt. Dazu können Arbeitsplätze, Investitionen und neue Aufträge beitragen. Ein nachvollziehbarer Businessplan hilft, das Vorhaben zu belegen; er garantiert keine Bewilligung.

Gründen als Grenzgängerin oder Grenzgänger

Für selbständig tätige Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus EU-/EFTA-Staaten gelten die entsprechenden Regeln der Personenfreizügigkeit. Die Rückkehr an den Hauptwohnsitz im Ausland erfolgt grundsätzlich mindestens wöchentlich. Bei Drittstaatsangehörigen gelten zusätzliche Voraussetzungen. Klären Sie die passende Grenzgängerbewilligung mit dem Kanton Ihres Arbeitsortes.

Welche Bedingungen die Rechtsform stellt

  • Einzelfirma: Unternehmen und Inhaberin oder Inhaber sind rechtlich nicht getrennt. Die Voraussetzungen für Ihre persönliche Erwerbstätigkeit stehen deshalb im Mittelpunkt.
  • GmbH: Die Gesellschaft muss durch mindestens eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden können. Diese Funktion kann die Geschäftsführung oder eine Direktorin beziehungsweise ein Direktor übernehmen.
  • AG: Auch die Aktiengesellschaft braucht eine zur Vertretung befugte Person mit Wohnsitz in der Schweiz. Die konkrete Zeichnungsregelung muss zur Organisation passen.

So bereiten Sie das erste Gespräch vor

  • Halten Sie Staatsangehörigkeit, Wohnsitz und vorhandene Bewilligung fest.
  • Beschreiben Sie Ihre geplante Tätigkeit und Ihre Rolle im Unternehmen.
  • Skizzieren Sie Finanzierung, Kundschaft und den vorgesehenen Arbeitsort.
  • Klären Sie mit der zuständigen Behörde die erforderliche Bewilligung und die Nachweise.

Mit diesen Angaben lassen sich Gründungsablauf, Rechtsform und Buchhaltung sinnvoll planen. Offene Bewilligungsfragen sollten geklärt sein, bevor Sie Verpflichtungen eingehen.

Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung. Die verlinkten Stellen helfen bei der Prüfung aktueller Regeln und der Einordnung Ihres konkreten Falls.

Redaktion & Herausgeberin

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